AMBERG.MUSEUM

Das Kurfürstliche Amberg


In der Abteilung begleiten einmalige und seltene Ausstellungsstücke den Besucher auf seinem Weg durch die kurfürstliche Zeit Ambergs (1329 bis 1803). Als Regierungsstadt und Tagungsort der oberpfälzer Ständeversammlung wird Amberg in kurpfälzischer Zeit zur Hauptstadt der "Oberen Pfalz".

Rathaus und Rat der Stadt

Behandelt wird auch der Aspekt "Rathaus und Rat der Stadt" mit Objekten aus dem Rathaus wie zum Beispiel den zinnernen Ratsschenkkannen aus dem 16. Jahrhundert.

Amberger Liedertisch, 1590/91
Foto: Wolfgang Steinbacher

Prunkstück der Abteilung ist die steinerne Rundtafel, der sogenannte Liedertisch. Er wurde 1590/91 für den kleinen Rathaussaal angefertigt. Die Tischplatte gehört zu den Meisterwerken der Steinätzkunst im süddeutschen Raum. Sie bekundet in den Darstellungen ein Bekenntnis des Amberger Rates zum lutherischen Glauben. In die Platte sind die Noten und der Text einer Motette für sechs Stimmen eingeätzt, eines der bedeutendsten Stücke evangelischer Kirchenmusik des 16. Jahrhunderts.

Markantes Stadtbild

Das Amberger Stadtbild in kurpfälzischer Zeit ist geprägt von der gotischen Hallenkirche St. Martin und dem Rathaus. Beide Bauten zeugen vom Reichtum der Bürgerschaft. Das Stadtbild bestimmen auch die kurfürstlichen Repräsentationsbauten wie Schloss, Zeughaus und Regierungskanzlei. Sie geben Amberg den Charakter einer Residenzstadt.

Schweigerrelief

Das Schweigerrelief ist eine Steinmetzarbeit auf Solnhofer Kalkstein­platte, zum Teil farbige Bemalung, Georg Schweiger, Amberg, um 1607.
Als Vorlage für die Stadtansicht diente Schweiger ein Holzschnitt von Hanns Kannl-Paldung von 1583. Das Relief ist eine Auftragsarbeit für Kurfürst Friedrich IV. Es ist die bedeutendste Gesamtansicht der Stadt und ihrer Umgebung.

Amberger Hochzeit

Im Mittelpunkt steht das größte Fest in kur­pfälzischer Zeit: die Amberger Hochzeit. Pfalzgraf Philipp feiert im Februar 1474 in Amberg die Vermählung mit Margarete, der Tochter Herzog Ludwigs IX. des Reichen von Bayern-Landshut. Geschildert wird der Ablauf des Festes, welche edlen Gäste geladen waren, was und wie viel gegessen und getrunken wurde, außerdem, dass die Turniere genauso wichtig waren wie die Bankette und Tanzvergnügen.
 

Kurfürsten

In einer Sequenz wird besonders auf die Kurfürsten eingegangen, die für Amberg große Bedeutung haben, wie zum Beispiel Friedrich II. Er ist ab 1535 Statthalter in Amberg. 1544 bis 1547 lässt er die kurfürstliche Regierungskanzlei errichten, das bedeutendste Bauwerk der Renaissance in Amberg.

Weiterhin erfährt der Besucher, dass die Beziehungen zwischen den Kurfürsten und den Bewohnern der Stadt oftmals getrübt waren. Mehrfach gab es, meist aus konfessionellen Gründen, scharfe und sogar blutige Auseinandersetzungen. Diese Ereignisse sind als Amberger Aufruhr (1452 bis 1454) und Amberger Lärmen (1592/97) in die Geschichte eingegangen.

Winterkönig

Ein besonderer Platz in der Aula des Baustadels ist dem 1596 in Amberg geborenen Kurfürsten Friedrich V. vorbehalten. Dokumentiert wird sein Leben und seine Stellung als Schicksalsfigur in der europäischen Geschichte. Er ist der letzte pfälzische Kurfürst der Oberen Pfalz. Im Jahr 1613 heiratet er die englische Königstochter Elizabeth Stuart, eine Enkelin von Maria Stuart.

Abformung der überlebensgroßen Statue Friedrichs, vom Turm des Heidelberger Schlosses.
Foto: Wolfgang Steinbacher

Als Führer der protestantischen Union im Reich wird er 1619 König von Böhmen. In der Schlacht am Weißen Berg besiegt Herzog Maximilian von Bayern 1620 seinen Vetter Friedrich. Dieser geht mit seiner Familie nach Den Haag ins Exil - mit dem Spottnamen der "Winterkönig" bedacht. Die Obere Pfalz fällt als Kriegsbeute endgültig 1628 an Bayern.

Der letzte Abschnitt dieser Abteilung ist der Zeit Ambergs unter den bayerischen Kurfürsten gewidmet (1623 bis 1803).

 

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